bilder: jutta hof / texte: rolf silber

„.....wie soll man da arbeiten? Haben sie das

schon einmal gemacht? In einem Zug, der aus der Zone rast so etwas getan? Der sich schüttelt und rüttelt, Sprünge über Weichen macht, wie ein Wildpferd? Bremst, beschleunigt, sich in Kurven neigt? Mir kreischenden Eisenrädern und kaputter Federung?

 

Ja klar, glotzen sie blöde, natürlich haben sie es nicht gemacht! Also wäre es doch vielleicht angebracht, wenn sie dann einfach mal kurz den Mund halten würden, ja bitte, meinetwegen gerne auch das Atmen einstellen und einen arbeitenden Menschen nicht mit neugierigen, ungläubigen Blicken malträtieren? Danke, sie Kretin. Nur weil

ihre eigene, völlig beschränkte Phantasie natürlich nicht in der Lage ist, zu begreifen, was wir da aus der Zone schaffen mussten.

 

Natürlich, eine Geburt unter solchen Umständen, unvorstellbar und für sie, mit ihren naiven Untertassenaugen zumal. Es stand nichts weniger als ALLES auf dem Spiel. Ein Weibchen, vor allem wenn es sich um eine menschliche Frau handelt,

gebärt nicht so einfach, mir nichts dir nichts, ein Kind, unter solchen Umständen. Und vor allem keines, das zwölf Kilo wiegt und mit allen seinen acht Fangarmen versucht, den Gynäkologen zu erwürgen, sie Schwachmat….…“

 

aus OKTOPUS REX, Mervin McDonald, Onironaut Publishing, Aberdeen