".... der Wagen hatte die Spitzkehre über der Bucht erreicht. Die Geschwindigkeit, mit der Sergé die Kurve nahm, machte sie jetzt nervös. War er immer noch so wütend?

 

„Du hast keinen Grund uns beide umzubringen“, stellte sie trocken fest.

 

Er sagte, schon wieder, kein Wort. Was nichts besser machte. Unter ihnen, an der Küstenlinie, die Lichter von San Remo. Was hatte er vor? Ein pathetischer Doppelselbstmord mit dem Wagen? Halt. Ein Mord und ein Suizid. Sie hatte durchaus ja durchaus nicht vor, sich wegen eines lächerlich schief gegangenen Juwelendiebstahl ums Leben zu bringen.

 

„Warum die Waffe? Warum hast Du abgedrückt?!“, schrie er plötzlich.

 

Nächste Kurve und die Reifen quietschten. Sie versuchte Ruhe zu bewahren, zündete sich bewusst langsam einen Zigarillo an, blies den Rauch aus.

 

„Weil Du dich nicht getraut hättest, obwohl er uns erkannt hat. Mag sein, dass ich Dich liebe, aber Du bist schwach. Das wissen wir beide.“

 

Er knirschte mit den Zähnen und gab noch mehr Gas. Würde er diesmal wahr machen, was er ihr schon so oft angekündigt hatte oder….“

 

aus DIE BARONESSE, Jerome Perdu, Édition Chauvesouris , Paris

bilder: jutta hof / texte: rolf silber